Warum Husten den Beckenboden schwächen und Inkontinenz verstärken kann
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Warum Husten den Beckenboden schwächen und Inkontinenz verstärken kann
Hatten Sie in den letzten Wochen mit einer hartnäckigen Erkältung zu kämpfen? Vielleicht haben Sie dabei bemerkt, dass beim Husten oder Niesen nicht nur die Bronchien, sondern auch ganz andere Regionen Ihres Körpers unter Druck geraten? Eine Hustenacke während einer Erkältung und plötzlich verlieren Sie einige Tropfen Urin. Vielleicht denken Sie sich „das ist doch normal“ oder hoffen, dass es mit dem Abklingen des Hustens von alleine verschwindet.
Nach Schätzungen ist jede fünfte Frau von einer sogenannten Belastungsinkontinenz betroffen. Doch warum schwächt ausgerechnet Husten den Beckenboden?
Der Beckenboden
ist ein vielschichtiges Muskel-Faszien-Geflecht, das den Bauchraum nach unten abschließt. Wir sehen ihn nicht, wir spüren ihn oft nicht bewusst – und dennoch leistet er jeden Tag Schwerstarbeit. Seine Aufgaben sind vielfältig:
- Verschlussfunktion: Er sorgt dafür, dass wir weder Urin, noch Stuhl verlieren
- Stützfunktion: Er trägt die Bauch- und Beckenorgane (Blase, Gebärmutter, Darm)
- Haltungsfunktion: Er stabilisiert das Becken und die Wirbelsäule
- Sexualfunktion: Er ist an sexuellen Empfindungen beteiligt
- Pumpfunktion: Er unterstützt den venösen und lymphatischen Rückfluss
Der Beckenboden besteht aus drei übereinanderliegenden Muskelschichten und ist von Faszien und Gefäßen durchzogen, die ihn mit dem gesamten Körper verbinden.
Warum chronischer Husten den Beckenboden schwächt
Eine Erkältung stellt in der Regel kein Problaem dar, wenn nicht schon eine beckenbodenschwäche besteht. Ein gesunder Muskel braucht nach Belastung Erholung. Bei chronischem Husten, wie beispielsweise chronischer Bronchitis, Asthma, COPD ,oder Raucherhusten kommt diese Erholung nie. Der Beckenboden wird hunderte Male am Tag mit explosivem Druck konfrontiert. Und wie jeder andere Muskel kann auch der Beckenboden ermüden. Die ständige Anspannung beim Husten führt dazu, dass die Muskulatur ihre Reaktionsfähigkeit verliert. Sie kann nicht mehr schnell genug und kraftvoll genug gegensteuern.
Der Beckenboden besteht zu über 70 Prozent aus langsam kontrahierenden Muskelfasern, die für Ausdauer und Dauerkontraktion zuständig sind. Bei Überlastung verhärten diese Fasern, verlieren ihre Elastizität und können sich nicht mehr vollständig entspannen. Die permanente Belastung führt zu Mikrotraumaten in den Faszien des Beckenbodens. Diese können verkleben, verhärten und verlieren ihre Gleitfähigkeit. Das Gewebe wird starr statt elastisch und flexibel. Der Beckenboden besteht nicht nur aus Muskeln, sondern auch aus stabilisierendem Bindegewebe und Bändern. Bei chronischem Husten werden diese Strukturen ständig gedehnt, ähnlich wie ein überstrapaziertes Gummiband. Anhaltender Druck kann das Bindegewebe, das Organe wie Blase und Gebärmutter an ihrem Platz hält, überdehnen.Die Folge ist oft eine sogenannte Belastungsinkontinenz.
Der ganzheitliche Blick:
Als Heilpraktikerin betrachte ich den Körper nie isoliert. Ein schwacher Beckenboden ist oft ein Zeichen dafür, dass das gesamte System aus der Balance geraten ist. Oft spielen weitere Faktoren eine Rolle:
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Stress: Ein dauerhaft hohes Stresslevel führt zu einer Grundspannung im Nervensystem, die auch die Muskelfunktionen beeinflusst.
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Hormonelle Veränderungen: Besonders in den Wechseljahren verliert das Gewebe durch den sinkenden Östrogenspiegel an Elastizität.
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Haltung: Eine starre oder sehr gebeugte Haltung beim Sitzen erhöht den Druck auf den Beckenboden zusätzlich.
Praktische Tipps für den Alltag: So entlasten Sie Ihren Beckenboden beim Husten
Damit Husten nicht zum Dauerproblem für Ihre Kontinenz wird, können Sie im Alltag aktiv gegensteuern:
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Wenn Sie husten müssen, drehen Sie Ihren Oberkörper in aufrechter Position zu einer Seite und heben dabei den Arm. Husten Sie dann in die Ellenbeuge. Durch die Dreheung Ihres Oberköpers wird der enorme Druck, der durch Husten, oder Niesen entsteht abgefangen. Achten Sie dabei auf eine aufrechte Körperhaltung.
Ihr Beckenboden ist die Basis
Der Beckenboden ist eine der wichtigsten Muskelgruppen unseres Körpers – auch wenn wir ihn nicht sehen. Er trägt uns durchs Leben, stützt unsere Organe, ermöglicht uns Kontrolle und trägt zu unserer Lebensqualität bei.
Wenn Sie nach Husten oder bei chronischem Husten unter Inkontinenz leiden, zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung zu suchen. Eine gezielte Behandlung, die sowohl die akute Ursache (den Husten) als auch die körperlichen Folgen (Beckenbodenschwäche) berücksichtigt, bietet Ihnen die besten Chancen auf nachhaltige Besserung.
Sie brauchen Unterstützung bei der natürlichen Behandlung?
In meiner Praxis arbeite ich mit einem ganzheitlichen Ansatz. Sie leiden unter Inkontinenz beim Husten oder möchten präventiv Ihren Beckenboden stärken? Melden Sie sich einfach bei mir unter info(at)eben-gesund.de, um mehr über die verschiedenen Möglichkeiten zu erfahren und eine maßgeschneiderte Beratung/ Behandlung zu erhalten. Ich freue mich darauf, Sie auf Ihrem Weg zum Wohlbefinden zu unterstützen!
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt nicht die Diagnose und Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Bei Inkontinenz sollten Sie zunächst einen Arzt aufsuchen, um organische Ursachen auszuschließen. Chronischer Husten sollte immer ärztlich abgeklärt werden.



