Warum Husten den Beckenboden schwächen und Inkontinenz verstärken kann

Warum Husten den Beckenboden schwächen und Inkontinenz verstärken kann

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Warum Husten den Beckenboden schwächen und Inkontinenz verstärken kann

Hatten Sie in den letzten Wochen mit einer hartnäckigen Erkältung zu kämpfen? Vielleicht haben Sie dabei bemerkt, dass beim Husten oder Niesen nicht nur die Bronchien, sondern auch ganz andere Regionen Ihres Körpers unter Druck geraten? Eine Hustenacke während einer Erkältung und plötzlich verlieren Sie einige Tropfen Urin. Vielleicht denken Sie sich „das ist doch normal“ oder hoffen, dass es mit dem Abklingen des Hustens von alleine verschwindet.

Nach Schätzungen ist jede fünfte Frau von einer sogenannten Belastungsinkontinenz betroffen. Doch warum schwächt ausgerechnet Husten den Beckenboden? 

Der Beckenboden

ist ein vielschichtiges Muskel-Faszien-Geflecht, das den Bauchraum nach unten abschließt. Wir sehen ihn nicht, wir spüren ihn oft nicht bewusst – und dennoch leistet er jeden Tag Schwerstarbeit. Seine Aufgaben sind vielfältig:

  • Verschlussfunktion: Er sorgt dafür, dass wir weder Urin, noch Stuhl verlieren
  • Stützfunktion: Er trägt die Bauch- und Beckenorgane (Blase, Gebärmutter, Darm)
  • Haltungsfunktion: Er stabilisiert das Becken und die Wirbelsäule
  • Sexualfunktion: Er ist an sexuellen Empfindungen beteiligt
  • Pumpfunktion: Er unterstützt den venösen und lymphatischen Rückfluss

Der Beckenboden besteht aus drei übereinanderliegenden Muskelschichten und ist von Faszien und Gefäßen durchzogen, die ihn mit dem gesamten Körper verbinden.

Warum chronischer Husten den Beckenboden schwächt

Eine Erkältung stellt in der Regel kein Problaem dar, wenn nicht schon eine beckenbodenschwäche besteht. Ein gesunder Muskel braucht nach Belastung Erholung. Bei chronischem Husten, wie beispielsweise chronischer Bronchitis, Asthma, COPD ,oder Raucherhusten kommt diese Erholung nie. Der Beckenboden wird hunderte Male am Tag mit explosivem Druck konfrontiert. Und wie jeder andere Muskel kann auch der Beckenboden ermüden. Die ständige Anspannung beim Husten führt dazu, dass die Muskulatur ihre Reaktionsfähigkeit verliert. Sie kann nicht mehr schnell genug und kraftvoll genug gegensteuern.

Der Beckenboden besteht zu über 70 Prozent aus langsam kontrahierenden Muskelfasern, die für Ausdauer und Dauerkontraktion zuständig sind. Bei Überlastung verhärten diese Fasern, verlieren ihre Elastizität und können sich nicht mehr vollständig entspannen. Die permanente Belastung führt zu Mikrotraumaten in den Faszien des Beckenbodens. Diese können verkleben, verhärten und verlieren ihre Gleitfähigkeit. Das Gewebe wird starr statt elastisch und flexibel. Der Beckenboden besteht nicht nur aus Muskeln, sondern auch aus stabilisierendem Bindegewebe und Bändern. Bei chronischem Husten werden diese Strukturen ständig gedehnt, ähnlich wie ein überstrapaziertes Gummiband. Anhaltender Druck kann das Bindegewebe, das Organe wie Blase und Gebärmutter an ihrem Platz hält, überdehnen.Die Folge ist oft eine sogenannte Belastungsinkontinenz.

Der ganzheitliche Blick: 

Als Heilpraktikerin betrachte ich den Körper nie isoliert. Ein schwacher Beckenboden ist oft ein Zeichen dafür, dass das gesamte System aus der Balance geraten ist. Oft spielen weitere Faktoren eine Rolle:

  • Stress: Ein dauerhaft hohes Stresslevel führt zu einer Grundspannung im Nervensystem, die auch die Muskelfunktionen beeinflusst.

  • Hormonelle Veränderungen: Besonders in den Wechseljahren verliert das Gewebe durch den sinkenden Östrogenspiegel an Elastizität.

  • Haltung: Eine starre oder sehr gebeugte Haltung beim Sitzen erhöht den Druck auf den Beckenboden zusätzlich.

 

Praktische Tipps für den Alltag: So entlasten Sie Ihren Beckenboden beim Husten

Damit Husten nicht zum Dauerproblem für Ihre Kontinenz wird, können Sie im Alltag aktiv gegensteuern:

  • Wenn Sie husten müssen, drehen Sie Ihren Oberkörper in aufrechter Position zu einer Seite und heben dabei den Arm. Husten Sie dann in die Ellenbeuge. Durch die Dreheung Ihres Oberköpers wird der enorme Druck, der durch Husten, oder Niesen entsteht abgefangen. Achten Sie dabei auf eine aufrechte Körperhaltung.

 

    Ihr Beckenboden ist die Basis

    Der Beckenboden ist eine der wichtigsten Muskelgruppen unseres Körpers – auch wenn wir ihn nicht sehen. Er trägt uns durchs Leben, stützt unsere Organe, ermöglicht uns Kontrolle und trägt zu unserer Lebensqualität bei.

    Wenn Sie nach Husten oder bei chronischem Husten unter Inkontinenz leiden, zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung zu suchen. Eine gezielte Behandlung, die sowohl die akute Ursache (den Husten) als auch die körperlichen Folgen (Beckenbodenschwäche) berücksichtigt, bietet Ihnen die besten Chancen auf nachhaltige Besserung.

    Sie brauchen Unterstützung bei der natürlichen Behandlung?

    In meiner Praxis arbeite ich mit einem ganzheitlichen Ansatz.  Sie leiden unter Inkontinenz beim Husten oder möchten präventiv Ihren Beckenboden stärken? Melden Sie sich einfach bei mir unter info(at)eben-gesund.de, um mehr über die verschiedenen Möglichkeiten zu erfahren und eine maßgeschneiderte Beratung/ Behandlung zu erhalten. Ich freue mich darauf, Sie auf Ihrem Weg zum Wohlbefinden zu unterstützen!

    Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt nicht die Diagnose und Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Bei Inkontinenz sollten Sie zunächst einen Arzt aufsuchen, um organische Ursachen auszuschließen. Chronischer Husten sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

    Dili und ich

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    Die vergangenen Jahre stellten mich vor dauerhafte Herausforderungen, für die es keine Lösung gibt. Manchmal ist das so. Auch wenn ich alles bestmöglich meistere, blieb und bleibt die ständige Anforderung nicht ohne Folgen. Langfristige Anforderungen zeigen sich oft nicht sofort, doch mit der Zeit fordern sie ihren Preis, und mein Körper reagierte deutlich darauf.

    Im August 2024 stand bei mir eine unvermeidbare Operation an. Bereits vor dem Eingriff erhielt ich eine Eiseninfusion, die kurzfristig zu einer Eisenüberladung führte, sich aber später wieder normalisierte. Während der OP und der anschließenden Behandlung bekam ich zudem verschiedene Medikamente wie Antibiotika und natürlich Narkose- und Schmerzmittel. Warum möchte ich Ihnen das erzählen?

    Nicht immer sind Symptome und Beschwerden eindeutig zuzuordnen.

    Vier Wochen nach der OP: Beschwerden, die niemand einordnen konnte

    Etwa vier Wochen nach der Operation begannen anhaltende Beschwerden. Ich hatte Schmerzen im Bauchraum und das Gefühl eines „zu großen und starren Rohrs“ auf der rechten Seite, sowie einen kontinuierlichen Schmerz im rechten Unterbauch. Es folgten Ultraschall, Darmspiegelung und Fructosetest. Ich kenne meinen Körper gut und wusste, dass diese Symptome nicht nur Verwachsungen sind, wie sie diagnostiziert wurden.

    Monate der Unsicherheit und des Wartens

    Im März 2025 bekam ich beim Ultraschall die Diagnose Fettleber, auch zeigten sich erhöhte Leberwerte. Da ich weder Risikofaktoren aufweise, noch einen Lebensstil führe, der diese Diagnose erklären würde, war diese Einschätzung für mich überhaupt nicht stimmig. Nur das Thema Wechseljahre und Fettleber waren eine Möglichkeit, erklärten aber nicht die Schmerzen im Bauch. Dennoch habe ich meine Ernährung nochmal etwas angepasst.

    Dank meines Fachwissens wusste ich, dass erhöhte Blutlaborwerte differenziert betrachtet werden müssen. Eine Diagnose wie „Fettleber“ kann schnell zur Standarddiagnose werden. So blieb ich hartnäckig und es erfolgte auf mein Drängen eine weitere Abklärung. Im Juli haben sich dann die Leberwerte nochmals stark verschlechtert. Erneut bat ich um Abklärung und wieder haben sich meine Werte verschlechtert, inzwischen um das Achtfache. Zwischen all den Terminen gab es natürlich Wartezeiten. Weitere Werte waren inzwischen auffällig und mit dem Verdacht auf eine Autoimmunhepatitis sollte ich in eine Leberambulanz überwiesen werden. Doch der Termin lag Monate entfernt.

    Die traurige Bilanz unseres hochmodernen Gesundheitssystems sind Wartezeiten ein Risiko für die Gesundheit

    Ohne meine fachliche Einordnung und mein konsequentes Nachfragen wäre ich eventuell weiterhin mit der Diagnose Fettleber abgespeist worden?

    Für viele Menschen können solche Wartezeiten gravierende Folgen haben:

    • Diagnosen verzögern sich

    • Erkrankungen schreiten weiter voran

    • Fehlinterpretationen werden nicht rechtzeitig korrigiert

    Endlich Klarheit: DILI – Drug-Induced Liver Injury

    Da ich mir Sorgen machte, suchte ich schließlich das Krankenhaus auf, in dem ich operiert wurde. Dort ging alles sehr schnell und es zeigte sich nach umfassender Diagnostik eine:

    Medikamentös-toxische Leberentzündung (DILI) vermutlich ausgelöst durch eine Kombination aus Medikamenten, die mir vor und während der Operation verabreicht wurden. Leider habe ich inzwischen auch einen sogenannten Strukturschaden davon getragen.

    Diese Diagnose erklärte die anhaltenden Beschwerden und auch die fortschreitende Verschlechterung der Leberwerte, Schmerzen und Müdigkeit.
    Und ebenso wichtig finde ich zu erwähnen: Eine Fettleber lag zu keinem Zeitpunkt vor.

    Der Wendepunkt: selbst eingeleitete Entlastung

    Sobald klar war, worum es sich handelt, begann ich bewusst damit, meine Leber naturheilkundlich zu entlasten und meinen Körper zu unterstützen.
    Parallel verbesserte sich das klinische Bild, denn meine Leberwerte sind rückläufig, und dieses „starre Rohr“ und die kontinuierlichen Schmerzen sind nur gelegentlich zu spüren.

    Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit?

    Das war unser Leitsatz in der Ausbildung.

    Zuerst dachte ich, dass ich mich von der Operation ziemlich lange erholen muss, bin ja keine 20 Jahre mehr, doch es wurde immer schlimmer, statt besser.

    Und die Schmerzen der Leber? Angeblich macht doch die Leber keine Schmerzen. Doch kann sie. Die Leber hat keine Schmerzrezeptoren und doch kann sie Schmerzen verursachen. Bei einer Entzündung dehnt sich das Lebergewebe durch die Schwellung der Entzündung aus und es kommt zum Druck auf die Glisson-Kapsel. Die Leberkapsel (quasi die Hülle des Lebergewebes) und auch die umliegenden Strukturen sind sehr schmerzempfindlich und verursachen Druck und Schmerz.

    Ich erzähle diese Geschichte nicht, um medizinische Ratschläge zu geben, sondern um Bewusstsein für die Realität zu schaffen. Diese Erfahrung hat mich als Therapeutin noch achtsamer gemacht und mit der ganzheitlich naturheilkundlichen Behandlung der Leber kenne ich mich inzwischen besser denn je aus.

    Sie brauchen Unterstützung bei der natürlichen Behandlung?

    Wenn Sie nach natürlichen Methoden suchen, um Ihre Beschwerden zu lindern, stehe ich Ihnen gerne zur Seite. Gemeinsam können wir einen individuellen Plan entwickeln, der Ernährungstipps, Heilpflanzen und andere natürliche Maßnahmen umfasst, um Ihre Lebensqualität zu verbessern.

    Melden Sie sich einfach bei mir unter info(at)eben-gesund.de, um mehr über die verschiedenen Möglichkeiten zu erfahren und eine maßgeschneiderte Beratung/ Behandlung zu erhalten. Ich freue mich darauf, Sie auf Ihrem Weg zum Wohlbefinden zu unterstützen!

    Warum ständige Blähungen zu einer Schwäche des Beckenbodens führen können

    Warum ständige Blähungen zu einer Schwäche des Beckenbodens führen können

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    Blähungen sind unangenehm und für viele Menschen alltäglich. Doch häufige oder chronische Blähungen können über längere Zeit die Struktur und Funktion des Beckenbodens beeinflussen und damit eine Kette an Beschwerden begünstigen, die bis in Rücken und Hüfte reichen und langfristig auch die Haltung verändern können.

    Viele meiner Patientinnen und Patienten berichten von einem aufgeblähten Bauch, innerem Druck, Völlegefühl und gleichzeitig einem zunehmenden Gefühl von Instabilität im Becken oder Kreuzbeinbereich. Manche schildern eine verminderte Kontrolle beim Wasserlassen, andere ziehende Schmerzen im unteren Rücken. Auf den ersten Blick scheint das nichts miteinander zu tun zu haben – auf den zweiten Blick zeigt sich häufig ein Zusammenhang.

     

    Der Darm als Drucksystem

    Um zu verstehen, warum Blähungen den Beckenboden belasten können, hilft es, den Bauchraum als ein geschlossenes System zu betrachten. Der Darm liegt eingebettet zwischen Zwerchfell und Beckenboden. Beide Strukturen bilden nach oben und unten eine funktionelle Einheit.

    Das Zwerchfell ist unser Hauptatemmuskel. Es bewegt sich bei jeder Ein- und Ausatmung nach unten und oben und erzeugt dadurch Druckschwankungen im Bauchraum. Der Beckenboden reagiert auf diese Bewegungen, indem er sich hebt und senkt, ganz rhythmisch im Einklang mit der Atmung. Probieren Sie es aus. Atmen Sie ganz bewusst und spüren Sie, wie sich Ihr Becken mitbewegt.

    Dieses rhythmische Zusammenspiel von Zwerchfell, Darm und Beckenboden wird auch durch das umgebende fasziale Gewebe gehalten und unterstützt. Die Faszien übertragen Zug, Druck und Bewegung und sorgen dafür, dass sich die inneren Organe harmonisch miteinander bewegen können.

    Kommt es nun zu einer vermehrten Gasbildung im Darm, verändert sich dieser innere Druckmechanismus. Die entstehenden Gase dehnen den Darm aus, erhöhen den intraabdominellen Druck (den Druck im Bauchraum) und hindern sowohl das Zwerchfell als auch den Beckenboden an ihrer natürlichen Beweglichkeit. Diese Druckerhöhung wirkt nicht isoliert auf den Darm, sondern breitet sich über die Faszien und das Bindegewebe auf die gesamte Bauchhöhle aus. Auch andere Organe stehen dadurch unter erhöhtem Druck.

    Die Faszien, die den Darm mit dem Beckenboden und der Bauchwand verbinden, können auf diese Dauerbelastung nach meiner Erfahrung mit Spannungsverlust oder Verdichtung reagieren. Sie verlieren dann etwas an Elastizität und geben den Druck nicht mehr gleichmäßig weiter. Dadurch wird der Beckenboden zusätzlich in seiner dynamischen Funktion eingeschränkt und kann sich nicht mehr frei mitbewegen, sondern reagiert verzögert oder bleibt in einer ständigen Grundanspannung.

    So entsteht eine Art „faszialer Rückstau“: Die Bewegung des Zwerchfells nach unten trifft auf ein Gewebe, das seine Gleitfähigkeit verloren hat. Der Druck verteilt sich nicht mehr harmonisch, sondern wirkt punktuell auf empfindliche Strukturen des kleinen Beckens. Langfristig kann das die Funktion des Beckenbodens beeinträchtigen.

    Während das Zwerchfell nach oben gegen die Lunge ausweichen kann, bleibt dem Beckenboden nur der Weg nach unten – auch die Schwerkraft spielt eine Rolle. Diese wiederholte, chronische Druckbelastung kann über Wochen, Monate oder Jahre auf das feine Muskel- und Fasziensystem im Becken einwirken und nach meiner Erfahrung zu einer funktionellen Schwächung beitragen.

     

     

    Der Einfluss der Atmung

    Wer ständig unter Blähungen leidet, atmet unbewusst flacher. Das Zwerchfell hat durch die Gasansammlung im Darm weniger Bewegungsfreiheit, die Atmung verlagert sich in den Brustkorb.

    Dadurch verliert der Beckenboden seinen natürlichen Rhythmus mit dem Zwerchfell. Der Druckausgleich, der normalerweise über die Atmung reguliert wird, bleibt aus. Langfristig kann diese Dysbalance zwischen Zwerchfell, Faszien, tiefer Bauchmuskulatur und Beckenboden bestehen bleiben. Doch eben sie bilden das Fundament unserer inneren Stabilität. Wird dieses System gestört, kann der Körper seine innere Mitte verlieren.

     

     

    Sichtbare Folgen

    Patientinnen und Patienten mit chronischen Blähungen zeigen häufig ähnliche körperliche Muster. Der Bauch ist vorgewölbt, die Lendenlordose (Hohlkreuz) verstärkt, das Becken leicht nach vorn gekippt, der Brustkorb häufig geweitet.

    Der Körper versucht, den Überdruck im Bauch durch Veränderung der Statik zu kompensieren, indem sich die Hüftbeuger anspannen, der untere Rücken zieht nach vorn, die Bauchdecke verliert an Spannung, und der Beckenboden wird nach unten gedrückt. Diese unbewusste Kompensation ist anfangs hilfreich, kann aber langfristig zu Fehlspannungen und Schwäche führen. Der Beckenboden kann dann seine Haltefunktion für Blase und Organe weniger zuverlässig ausführen, was sich in Inkontinenz, Senkungsbeschwerden oder Schmerzen im Beckenbereich äußern kann. Auch andere Körperregionen wie Knie oder Füße können bei länger bestehenden Fehlspannungen mitbetroffen sein.

     

    Weg mit dem Druck

    Blähungen sind gelegentlich normal. Halten sie jedoch an, kann dies auf eine veränderte Verdauungsaktivität hinweisen. Häufig sind nach meiner Erfahrung eine unausgeglichene Mikrobiota, eine gestörte Darmmotilität oder Fehlgärungsprozesse beteiligt. Diese führen dazu, dass sich übermäßig Gase bilden, die nicht ausreichend abtransportiert werden können. Die Suche nach der Ursache chronischer Blähungen ist manchmal ein längerer Prozess und kann etwas Ausprobieren erfordern, um das Gleichgewicht im Bauchraum wiederherzustellen.

    Hilfreich ist eine ganzheitliche Betrachtung: Ernährung, Darmflora, Atmung und Körperhaltung sollten zusammen gesehen werden. Ziel ist es, den inneren Druck zu regulieren, die Beweglichkeit des Zwerchfells zu fördern und das fasziale Gewebe im Bauchraum zu entlasten.

     

     

    Was Sie selber tun können:

    • angepasste Ernährung,
    • Reduktion blähender Lebensmittel
    • unverträgliche Lebensmittel weglassen
    • ausreichende Trinkmenge
    • Atmentherapie
    • Bewegung

    Diese Maßnahmen können nach meiner Erfahrung die Selbstregulation des Körpers unterstützen. Sie sind keine Heilversprechen, sondern Impulse, die helfen können, das innere Gleichgewicht zu fördern.

     

    Sie brauchen Unterstützung bei der natürlichen Behandlung?

    Wenn Sie nach natürlichen Methoden suchen, um Ihre Beschwerden zu lindern, stehe ich Ihnen gerne zur Seite. Gemeinsam können wir einen individuellen Plan entwickeln, der Ernährungstipps, Heilpflanzen und andere natürliche Maßnahmen umfasst, um Ihre Lebensqualität zu verbessern.

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    Warum Darmprobleme zu Schmerzen im Rücken führen können

    Warum Darmprobleme zu Schmerzen im Rücken führen können

    Viele Menschen leiden immer wieder unter Verdauungsproblemen wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung und Rückenschmerzen. Diese Beschwerden können nicht nur störend sein, sie können sich auch auf andere Körperbereiche auswirken, wie zum Beispiel auf den Rücken oder die Hüfte.

    Wie kommt es dazu? Schauen wir uns den Zusammenhang einmal genauer an:

    Darm aus dem Gleichgewicht

    Die Erklärung liegt in der Anatomie und den biomechanischen Zusammenhängen unseres Körpers.
    Unser Darm ist über Bindegewebe, Faszien, Nerven und Muskeln eng mit anderen Strukturen verbunden. Gerät er aus dem Gleichgewicht, etwa durch:

    • Verstopfung
    • Durchfall
    • Entzündungen
    • Operationen im Bauch

    kann es zu Verklebungen oder Spannungen in den Faszien kommen. Faszien sind feine Häute, die unsere Organe umhüllen und sie mit der Muskulatur verbinden.

    Bei längeren funktionellen Störungen des Darms – chronische Obstipation, Durchfälle, Verstopfung oder entzündliche Prozesse – kommt es zu Irritationen der Darmwand und des umgebenden Gewebes. Das fasziale System, das den Darm umgibt und mit der Bauchwand, dem Becken und der Wirbelsäule verbunden ist, reagiert auf diese chronischen Reizzustände. Faszien reagieren auf mechanische oder entzündliche Belastungen mit Verdichtung und Adhäsionsbildung (Verklebung).

    Körper aus dem Gleichgewicht

    In meiner Praxis berichten Patientinnen und Patienten regelmäßig von diffusen, schwer lokalisierbaren Schmerzen im unteren Rücken und Bauch, die typischerweise bei längerem Sitzen, Stehen, Heben oder Rotationsbewegungen verstärkt auftreten. Manche beschreiben zudem einen tiefsitzenden Druck im Beckenbereich, der sich keiner klassischen Diagnose zuordnen lässt.

    Diese Beschwerden entstehen häufig durch muskuläre Dysbalancen, die der Körper als Kompensationsmechanismus ausbildet. Die Glutealmuskulatur verhärtet sich, die Hüftbeuger verkürzen sich und die Beweglichkeit im Hüftgelenk nimmt ab. Was ursprünglich als lokales Problem begann, entwickelt sich so zu einem komplexen Beschwerdebild. Die chronische Belastung beeinträchtigt nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern kann auch zu Schlafstörungen, erhöhter Reizbarkeit und einer reduzierten Lebensqualität führen. Der Körper befindet sich dauerhaft in einem Kompensationsmodus, der irgendwann erschöpft ist.

    Ursache für diese muskulären Veränderungen sind oft Verklebungen und Spannungen im faszialen System rund um den Darm, die einen dauerhaften Zug auf das Darmbein (Ilium) ausüben. Das Ilium steht über das Iliosakralgelenk in direkter Verbindung zur Wirbelsäule, sodass dieser Zug die gesamte Körperstatik beeinflusst. Wird das Ilium nach vorne gekippt, verändert sich die Spannung des Musculus psoas major und des Musculus iliacus, der tief liegenden Hüftbeugemuskulatur. Beide Muskeln reagieren mit erhöhter Anspannung, um die Körperstabilität zu gewährleisten, was langfristig zu einer Verkürzung der Hüftbeuger, einer Verhärtung der Pomuskulatur und eingeschränkter Beweglichkeit führt.

    Durch diese Veränderungen entsteht eine verstärkte Lordose der Lendenwirbelsäule und eine Verschiebung des Körperschwerpunkts nach vorne. Die daraus resultierende chronische Belastung kann Rückenschmerzen, Hüft- und Leistenschmerzen auslösen und verstärkt oft die körperliche und mentale Belastung der Betroffenen.

    Folgen für Wirbelsäule und Becken

    Das nach vorne gekippte Becken verändert die Ausrichtung der Lendenwirbelsäule. Es entsteht eine verstärkte Lordose (Hyperlordose), auch Hohlkreuz genannt. Diese veränderte Wirbelsäulenstatik bedeutet eine dauerhafte Fehlbelastung der:

    • Bandscheiben
    • kleinen Wirbelgelenke
    • Faszien
    • Muskulatur

    Gleichzeitig verschiebt sich der Körperschwerpunkt nach vorne, die gesamte Beckenstatik verlagert sich, und es entsteht Druck auf Strukturen – auch auf Organe im Becken, die nicht für eine solche Dauerbelastung ausgelegt sind.

    Diese Fehlhaltung kann nach sich ziehen:

    • Rückenschmerzen
    • Beckenschiefstand
    • Hüft- oder Leistenschmerzen
    • Kniebeschwerden
    • Organbeschwerden

    Ein irritierter Darm kann über mehrere Zwischenschritte den Rücken belasten, ohne dass dort eine strukturelle Verletzung vorliegt.

    Rolle des Nervensystems – Darm-Hirn-Achse

    Ein oft unterschätzter Aspekt ist die bidirektionale Verbindung zwischen Darm und Nervensystem.

    Chronische Darmprobleme wirken über das enterische Nervensystem und die Darm-Hirn-Achse auf die Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem.

    Die Folgen:

    • Die Schmerzschwelle sinkt
    • Bestehende Beschwerden werden intensiver oder dauerhaft wahrgenommen
    • Selbst harmlose Reize können als Schmerz empfunden werden

    So entsteht ein Teufelskreis aus körperlicher Spannung und erhöhter Schmerzempfindlichkeit.

    Was Sie selber tun können:

    • angepasste Ernährung,
    • Reduktion entzündungsfördernder Lebensmittel
    • unverträgliche Lebensmittel weglassen
    • ausreichende Trinkmenge, Faszien lieben Flüssigkeit
    • Atmentherapie
    • Bewegung

    Diese Maßnahmen unterstützen die Selbstregulation des Körpers. Sie sind keine Heilversprechen, sondern Impulse, die helfen können, das Gleichgewicht wiederherzustellen.

    Osteopathie kann als unterstützende Behandlung eingesetzt werden. Sie kann die Gleitfähigkeit der Faszien und Organe verbessern, fördert die Durchblutung sowie den Lymphfluss im Beckenbereich, was dazu beitragen kann, Verklebungen im Gewebe zu lösen und Entzündungen zu reduzieren. Diese sanften Techniken können dazu beitragen, Spannungen und Schmerzen zu lindern und die natürliche Beweglichkeit der Organe im Becken zu unterstützen.

    Sie brauchen Unterstützung bei der natürlichen Behandlung?

    Wenn Sie nach effektiven, natürlichen Methoden suchen, um Ihre Beschwerden zu lindern, stehe ich Ihnen gerne zur Seite. Gemeinsam können wir einen individuellen Plan entwickeln, der Ernährungstipps, Heilpflanzen und andere natürliche Maßnahmen umfasst, um Ihre Lebensqualität zu verbessern.

    Melden Sie sich einfach bei mir unter info(at)eben-gesund.de, um mehr über die verschiedenen Möglichkeiten zu erfahren und eine maßgeschneiderte Beratung/ Behandlung zu erhalten. Ich freue mich darauf, Sie auf Ihrem Weg zum Wohlbefinden zu unterstützen!

    Engelwurz – Die Kraftpflanze mit himmlischem Beistand

    Engelwurz – Die Kraftpflanze mit himmlischem Beistand

    Liebe Leserinnen, liebe Leser*,

    manche Pflanzen haben einfach etwas Magisches an sich – die Engelwurz ist so eine. In meinem Garten fühlt sie sich wohl, auch wenn der Boden nicht ganz so feucht ist, wie sie es eigentlich liebt. Diese majestätische Schönheit bestaune ich jeden Tag aufs Neue.

    Die Echte Erzengelwurz (Angelica archangelica) wurde bereits im 12. Jahrhundert in den nordischen Ländern kultiviert und zählt zu den ältesten Heilpflanzen des Nordens.

    Vom Eremiten zur Heilpflanze

    Der Legende nach soll der Erzengel Raphael einem kranken Eremiten die Wirkung der Engelwurz im Traum offenbart haben – als Schutz vor der Pest. Seitdem galt sie als „Erzengelwurz“, und steht so wie ein Schutzengel an unserer Seite.

    In dunklen Zeiten – sei es im Mittelalter während der Pest oder zur Zeit der Spanischen Grippe – griff man zur Engelwurz. Sie war nicht nur ein Bestandteil der berühmten Krähenmasken der Ärzte, die sich so vor Ansteckung schützten, sondern Wurzeln und Samen wurden auch verräuchert um zu „desinfizieren“.

    Was macht die Engelwurz so besonders?

    In Anbetracht dessen, dass sie bei mir im Garten nicht so feucht und kühl steht, bin ich umso glücklicher, dass sie auch in diesem Jahr wieder blüht. Diese Schönheit kann bis zu drei Meter hoch werden – mit einem kräftigen, oft rötlichen und hohlen Stängel. Sie hat gefiederte Blätter und große kugeligen Dolden mit grünlich weißen Blüten, die herrlich aromatisch duften. Die Engelwurz ist eine Verwandte der kleineren Waldengelwurz der Angelica sylvestris, die als Heilpflanze genauso verwendet werden kann.

    Die Engelwurz enthält:

    🌿 Ätherische Öle (Hauptwirkstoff)
    🌿 Bitterstoffe und Flavonoide
    🌿 Furanocumarine
    🌿 Wirkstoffe wie Amide von Aminosäuren, die Helicobacter pylori hemmen

    In der Volksheilkunde findet sie ihre Anwendung als:

    • Verdauungshilfe: Sie bringt Magen und Darm wieder in Schwung – gerade dann, wenn Stress auf den Magen schlägt oder der Appetit fehlt
    • Nervenkraft: Als Adaptogen wirkt sie ausgleichend: beruhigend bei Nervosität, stärkend bei Erschöpfung – ohne müde zu machen. Ideal auch wenn einfach „alles zu viel“ wird.
    • Stärkend für die Lunge: Besonders bei zähem Husten oder Bronchitis.
    • Wechseljahrsbeschwerden: sie regt über die Hypophyse die Östrogenproduktion leicht an.

    Nachgewiesen sind:

    • Magen-Darm-Beschwerden, Verdauungsanregend
    • beruhigend bei Stress, Angstzuständen, Schlafstörungen, mild antidepressiv und stimmungsaufhellend
    • Herzbeschwerden
    • auswurffördernd bei Atemwegserkrankungen wie Husten und Bronchitis
    • entzündungshemmend bei Gelenkbeschwerden

    Wie können Sie die Engelwurz nutzen?

    Für kulinarische Zwecken können die kleinen Blätter Speisen zugegeben werden, sie bringen eine gute Würze. Verwendet wird jedoch meistens die Wurzel, die im Herbst oder Frühjahr gesammelt wird.

    Die einfachste Art: Tee aus der Wurzel.
    👉 1 Teelöffel zerkleinerte Angelikawurzel (erhältlich in der Apotheke, oder im Köddinger Kräuterladen) mit kaltem Wasser ansetzen, mindestens 1 Stunde ziehen lassen, dann erwärmen und trinken. Am besten vor dem Essen, wenn Sie den Appetit anregen möchten und nach dem Essen, wenn die Verdauung angeregt werden soll.

    Mein Favorit ist das
    💧 Angelikaöl – Arnika Massageöl aus der Wurzel der Engelwurz, den Blüten der Arnika und einem guten Olivenöl. Ich verwende es sehr gerne bei Muskelverspannungen, Gicht oder Nervenschmerzen.

    Gibt es etwas zu beachten?

    📌 Die in der Engelwurz enthaltenen Cumarine können die Haut empfindlicher für Sonnenlicht machen, jedoch hauptsächlich in den oberirdischen Pflanzenteilen. Wer also viel in der Sonne ist, sollte vorsichtig dosieren, oder weglassen.

    Sie brauchen Unterstützung?

    Die Natur hält viele Schätze bereit, um das Wohlbefinden zu fördern. Ich begleite Sie gerne dabei, mehr über Heilpflanzen zu erfahren und individuelle Wege für Ihr Wohlbefinden zu entdecken. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welche natürlichen Methoden für Sie am besten geeignet sind. Melden Sie sich einfach bei mir unter info(at)eben-gesund.de, um mehr über die verschiedenen Möglichkeiten zu erfahren und eine maßgeschneiderte Beratung zu erhalten. Ich freue mich darauf, Sie auf Ihrem Weg zur Linderung und zum Wohlbefinden zu unterstützen!

    Wenn auch Sie ganz viel über Heilpflanzen kennenlernen möchten, kann ich Ihnen meine Kurse „Ausbildung zur Kräuterfrau“, oder „Grundausbildung Pflanzenheilkunde“ empfehlen. Sprechen Sie mich gerne an. 

    * Ich habe mich für eine traditionelle Schreibweise entschieden – sie entspricht meinem Stil, ohne damit jemanden ausschließen zu wollen. Sprache soll verbinden, nicht spalten.

    „Schafgarbe im Leib tut wohle dem Weib“

    „Schafgarbe im Leib tut wohle dem Weib“

    Sie wächst an Wegesrändern, auf mageren Wiesen und sonnigen Hängen – und ist doch alles andere als gewöhnlich: Die gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium). Ihre filigrane Blätter erinnern an kleine Augenbrauen, weshalb sie auch liebevoll die Augenbraue der Venus genannt wird. In der Volksheilkunde gilt sie seit jeher als wertvoll und wird in verschiedenen Anwendungen unterstützend eingesetzt – auch in der Frauenheilkunde.

    Inhaltsstoffe und botanische Merkmale

    Die Schafgarbe gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und trägt zahlreiche kleine Blütenköpfchen, die weiß bis zartrosa leuchten. Ihre gefiederten Blätter bestehen aus unzähligen kleinen Blattabschnitten – daher auch der Name „Tausendblatt“ (millefolium).

    In der Schafgarbe sind enthalten:

    • Ätherische Öle , z.B. Chamazulen
    • Bitterstoffe
    • Flavonoide & Gerbstoffe
    • Mineralien (v. a. Kalium)

    „Schafgarbe im Leib tut wohl jedem Weib“

    Schafgarbe und ihr hormoneller Ausgleich:

    In der naturheilkundlichen Frauenheilkunde wird Schafgarbe traditionell zur Unterstützung bei hormonellen Veränderungen eingesetzt – insbesondere in der Zeit der Wechseljahre, in der häufig zunächst der Progesteronspiegel sinkt, während der Östrogenspiegel noch verhältnismäßig hoch bleiben kann.

    Die Schafgarbe enthält sekundäre Pflanzenstoffe wie Beta-Sitosterol, Stigmasterol, Luteolin und Quercetin, die zu den sogenannten Phytohormonen zählen. Diese können sowohl östrogen- als auch progesteronartige Effekte zeigen – abhängig von körpereigenem Bedarf und Hormon- und Stoffwechselprozessen. Unser Körper kann aus Progesteron Östrogen bilden, jedoch nicht umgekehrt. Daher kann eine progesteronartige Unterstützung in den Wechseljahren besonders wertvoll sein.

    Eine in-vitro-Studie (DOI: 10.1016/j.phymed.2006.05.005) konnte zeigen, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Schafgarbe – insbesondere Apigenin und Luteolin – an Östrogenrezeptoren binden und dabei eine regulierende Wirkung entfalten können. Die beobachtete Bindung an den Östrogenrezeptor β (ERβ) unterstützt die Annahme, dass Schafgarbe eine modulierende Rolle im hormonellen Stoffwechsel spielen könnte.

    Diese Ergebnisse stammen aus Zellversuchen und lassen keine direkten Rückschlüsse auf die Wirkung im menschlichen Körper zu – sie liefern jedoch erste wissenschaftliche Hinweise, die die Erfahrungswerte aus der Pflanzenheilkunde stützen und das wiederum finde ich schön in einer Zeit, wo alles durch Studien und Nachweise belegt werden muss.

    Mögliche Einsatzgebiete aus traditioneller Sicht:

    • Durchblutungsstörungen im „kleinen Becken“
    • Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden
    • In der Erfahrungsheilkunde gilt sie als ausgleichend und entspannend was bei Zyklusunregelmäßigkeiten als wohltuend beschrieben wird, die gerade in den Wechseljahren nochmal verstärkt auftreten können
    • Hämorriden, Venenleiden
    • Aufgrund ihrer bitteren Bestandteile wird sie traditionell auch bei Völlegefühl oder träger Verdauung verwendet.
    • Traditionell wird die Schafgarbe zur Wundheilung und Blutstillung verwendet. Ihre entzündungshemmenden und adstringierenden (zusammenziehend) Eigenschaften machen die Schafgarbe zu einem bewährten Mittel bei kleinen Verletzungen, Blutergüssen oder zur Wundpflege.

    Hinweis: Diese Hinweise basieren auf überlieferten Erfahrungswerten. Eine individuelle Beratung oder medizinische Abklärung ersetzt das nicht.

    Anwendungsideen im Alltag

    Frauenkräuter – Zyklus & Wandelzeiten

    In der traditionellen Pflanzenkunde gilt die Schafgarbe als vielseitiges Frauenkraut. Anwendungen wie Sitzbäder oder Salbenmassagen im Unterbauchbereich werden häufig als angenehm und entspannend beschrieben. Auch äußerlich wird die Schafgarbe traditionell als Bestandteil von Salben, Kompressen oder Umschlägen verwendet – beispielsweise zur unterstützenden Pflege beanspruchter Haut oder bei kleinen Hautirritationen.

    Der Tee aus ihren getrockneten Blättern und Blüten wird seit Jahrhunderten in der Volksheilkunde eingesetzt – etwa zur Begleitung bei zyklischen Veränderungen, zur Pflege der inneren Mitte oder als Kräutertee in Phasen des Umbruchs wie den Wechseljahren.

    Rezepte:

    Schafgarben-Tee

    Zutaten:

    • 1–2 Teelöffel getrocknete Schafgarbe (Herba Millefolii)
    • ca. 200 ml heißes Wasser

    Zubereitung:

    1. Die getrocknete Schafgarbe mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergießen.
    2. Zugedeckt 7–10 Minuten ziehen lassen.
    3. Anschließend abseihen und schluckweise trinken. In der Kräutertradition wird empfohlen, 1–3 Tassen täglich über den Tag verteilt zu trinken, z. B. als kurmäßige Anwendung über zwei bis drei Wochen.

    Der Tee kann auch als Sitzbad oder für Wickel verwendet werden, natürlich sollte hier auf die Temperatur geachtet werden.

    ⚠️ Hinweis:

    Bitte beachten: Schafgarben-Tee sollte nur in fachlich empfohlenem Maß genossen werden. Bei bekannter Allergie gegen Korbblütler (z. B. Kamille, Arnika) wird vom Verzehr abgeraten.

    Pflegende Schafgarben-Salbe

    Diese einfache Salbe eignet sich zur äußeren Anwendung. Eine kleine Menge der Salbe sanft im Unterbauchbereich oder auf die Haut auftragen – z. B. abends vor dem Schlafengehen. Die Salbe zieht langsam ein und hinterlässt ein angenehm gepflegtes Hautgefühl.

    Zutaten:

    • 1 Handvoll getrocknete Schafgarbenblüten
    • 100 ml hochwertiges Pflanzenöl (z. B. Bio-Olivenöl oder Jojobaöl)
    • 10 g Bienenwachs (für vegane Variante: Carnaubawachs oder Beerenwachs)
    • Optional: einige Tropfen ätherisches Lavendelöl

    Zubereitung:

    1. Kräuteröl ansetzen:
      Schafgarbe mit dem Öl in einem Glas verschließen und 2–3 Wochen an einem warmen, aber dunklen Ort ziehen lassen (gelegentlich schütteln). Oder als Schnellvariante im Wasserbad: Kräuter und Öl 30–45 Min. bei niedriger Hitze (nicht kochen!) erwärmen.
    2. Abseihen: Öl durch ein feines Tuch oder Teesieb abseihen, sodass keine Pflanzenteile mehr enthalten sind.
    3. Salbe herstellen: Das abgeseihte Öl mit dem Wachs im Wasserbad schmelzen. Wenn alles flüssig ist, gut verrühren.
    4. Optionaler Duft: Kurz vor dem Abfüllen 5–10 Tropfen ätherisches Öl dazugeben (Lavendel, Rose passen gut).
    5. Abfüllen: In kleine, sterile Salbentiegel gießen und vollständig abkühlen lassen.

    Schafgarbe in der Küche:

    Die zarten Blätter der jungen Schafgarbe sind nicht nur dekorativ, sondern auch ein würziges Wildkraut. Sie lassen sich fein geschnitten in Salate, Kräuterbutter, Suppen oder Eintöpfe einarbeiten. Ihr Geschmack ist leicht bitter-würzig. Die Bitterstoffe aktivieren Galle, Leber und Nervensystem.

    Vorsicht in der Anwendung!

    • Korbblütler-Allergie: Wer empfindlich auf Korbblütler (z. B. Kamille) reagiert, sollte bei Schafgarbe vorsichtig sein.
    • Kurweise verwenden: Die Schafgarbe ist eine starke Pflanze – Anwendungen werden meist auf 2–3 Wochen begrenzt.
    • Bei Unsicherheit oder Beschwerden: Bitte Rücksprache mit einer Fachperson halten.

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    Quelle:  

    1. Unterrichtsskripten von Doris Grappendorf, Verena Arendes und Birgit Schneider/ Schafgarbe
    2. DOI: 10.1016/j.phymed.2006.05.005. Epub 24. Juli 2006.